Reiserecht: Geld zurück wegen Platzmangel im Flugzeug

By 26. November 2015News
Urteil wegen fehlender Beinfreiheit an Bord

Ein aktuelles Urteil aus Deutschland spricht einem Passagier wegen fehlender Beinfreiheit eine Ticketpreisreduktion zu.

Zu einer verbraucherfreundlichen Entscheidung kam es unlängst am Amtsgericht Frankfurt am Main. Bei verhandeltem Sachverhalt handelte es sich um die Forderung einer Preisreduktion aufgrund von fehlender Beinfreiheit. Ein 1,95 Meter großer Passagier hatte die Airline geklagt, da er sich auf einem Langstreckenflug durch einen übergewichtigen Passagier in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt gefühlt hatte.

Der Sitz des schwergewichtigen Vordermanns konnte der Last nicht standhalten und so bog sich die Lehne unter dem Gewicht 5 bis 10 Zentimeter weiter zurück als technisch vorgesehen. Der Betroffene musste dadurch einen massiven Verlust seiner Beinfreiheit in Kauf nehmen – denkbar unbequem, da es sich zu allem Überfluss auch noch um einen Langstreckenflug handelte.

Nachdem der geschädigte Passagier Klage eingereicht hatte, entschied das Amtsgericht zu seinen Gunsten. Der Richter begründete das Urteil folgendermaßen:  Zunächst habe jeder Passagier Recht auf ein Mindestmaß an Bewegungsfreiheit. Speziell auf einem Langstreckenflug ist dieses Mindestmaß seitens der Airline zu gewährleisten. Werden in einer Maschine Sitze verwendet, die einer Belastung in diesem Ausmaß nicht standhalten können, liegt ein augenscheinlicher Mangel vor. Daher ist die Airline verpflichtet dem geschädigten Passagier zumindest durch eine Preisreduktion des Flugtickets entgegenzukommen.

Das Aktenzeichen des verhandelten Falles am Amtsgericht Frankfurt am Main lautet: 31 C 4210/14 [17].

Anna Matschnig

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