Die fünf spektakulärsten Landungen

By 16. September 2016News
Landung

Start und Landung sind die heikelsten Situationen im ansonsten sicheren Flugverkehr. Welche Landungen besonders spektakulär waren, hat TicketRefund für Sie herausgesucht.

Im Jahr 2012 kam der Film „Flight“ mit Denzel Washington als Pilot William Whitaker in die Kinos. Achtung Spoiler:  In diesem Film bringt er das Flugzeug mit einem ungewöhnlichen Flugmanöver in Rückenfluglage, um einen Totalcrash durch einen unkontrollierten Sturzflug zu verhindern. Ursachen waren starke Turbulenzen und ein Defekt an einem Verbindungsteil am Höhenleitwerk, das längst hätte ausgetauscht werden müssen. Der Pilot Whitaker kann das Flugzeug auf einer Wiese notlanden. Durch sein Geschick und seinen Mut konnte er vielen Passagieren das Leben retten.

Doch solche spektakulären Landungen passieren nicht nur in Filmen, sondern auch in der Realität. Immer wieder kommen Piloten in Situationen, in denen sie ihr ganzes Können unter Beweis stellen müssen. Denn täglich passieren auf der ganzen Welt „Beinahe-crashs“. Häufige Ursachen für komplizierte Landungen sind überraschende Turbulenzen, starke Seitenwinde, Wartungsprobleme und technische Defekte.

Wir präsentieren euch die fünf spektakulärsten Landungen der letzten Jahre.

1. Das Hudson Wunder

Als erstes haben wir eine Landung gewählt, die an wohl kaum einem unbemerkt vorübergegangen ist und ab 1.Dezember 2016 auch in den Kinos mit dem Titel „Sully“ von Clint Eastwood zu sehen sein wird.

Im Januar 2009 war der Flug 1549 von US Airways auf den Weg von New York City nach Seattle/Tacoma. Drei Minuten nach dem Abheben flog das Flugzeug mitten durch einen Vogelschwarm und erlitt gleich zwei Vogelschläge, wodurch beide Triebwerke ausfielen.  Der Pilot Chesley Sullenberger reagierte blitzschnell, flog eine starke Linkskurve über dem Vorort Yonkers und steuerte den Hudson River für eine Notlandung an.

Tausende Menschen am Ufer und in den nahen Gebäuden wurden Augenzeugen, wie Chesley Sullenberger alias „Sully“ zum Helden wurde und durch seine Meisterleistung  155 Menschen das Leben rettete. Das Flugzeug landete sanft im Hudson River und die gesamten Insassen wurden durch den schnellen Einsatz von Rettungskräften vom sinkenden Flugzeug geborgen.

Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=JlQadBuyjBs (Trailer zum Film „Sully“)

2. Landung ohne Vorderräder

Im Oktober 2011 wurde der Albtraum vieler Piloten zur Realität. Der Flug IR-742 von der Airline Iran Air aus Moskau nach Teheran war gerade im Landeanflug, als es zu einem technischen Zwischenfall kam: Das Bugfahrwerk wollte nicht ausfahren.

Nach mehreren vergeblichen Versuchen das Fahrwerk auszufahren, entschieden sich die Piloten für einen wahren Balanceakt. Sie landeten das Flugzeug und versuchten so lange wie möglich die Maschine nur auf den Hinterrädern hochzuhalten. Schließlich kam das Flugzeug mit der Nase auf der Landebahn zum Stillstand.

Alle 124 Insassen kamen mit dem Schrecken davon und konnten unverletzt das Flugzeug über die Notrutschen verlassen. Iran leidet seit Jahrzehnten stark unter dem US Embargo und kann ihre Boeing Flugzeuge kaum noch in einem sicheren Flugzustand halten.

Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=tBQGlyEcBSc

3. Die Sturm-Landung

Von Februar bis März 2008 zog der Orkan „Emma“ über Mitteleuropa hinweg und führte auch im Flugverkehr zu einigen Komplikationen.

Ein Zwischenfall ereignete sich im März, als eine von München kommende Lufthansa-Maschine mit 131 Passagieren an Bord beim Landeanflug auf dem Hamburger Flughafen von einer Windböe erfasst worden war. Das Flugzeug wurde von der Landebahn gedrückt und berührte mit einem Flügel den Boden. Die Piloten starteten mit Vollschub durch und verhinderten so eine Katastrophe. Ein paar Minuten später setze die Maschine sicher auf einer anderen Landebahn auf.

Dank der schnellen Reaktion der Piloten blieben alle Insassen unverletzt. Doch es hagelte Kritik, denn viele meinten, dass man bei diesem Wetter in Hamburg gar nicht hätte landen dürfen.

Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=nNR0a4TMxeA

4. Die Blind-Landung

Im August 2015 flog eine Maschine von Jet Airways aus Doha kommend nach Cochin in Indien. Doch am Zielflughafen herrschte schlechtes Wetter und die Sicht war miserabel. Die Piloten versuchten dreimal die Maschine zu landen, was jedoch nicht gelang, da sie die Landepiste nicht erkennen konnten.

Sie entschieden sich nach Thiruvananthapuram zu fliegen. Der offizielle Ausweichflughafen war Bengaluru, doch der Treibstoff reichte nicht mehr aus, um diesen Flughafen anzusteuern. Das Wetter in Thiruvananthapuram war nicht besser und auch dort scheiterten mehrere Landeversuche. „Weißt du wo die Piste ist?“ fragte der Kopilot noch seinen Kollegen im Cockpit. „Ich mach es einfach blind“ lautete die wenig beruhigende Antwort des Kapitäns und er entschied sich ohne Sicht zu landen. Denn es war kaum noch Kerosin vorhanden.

So mutig diese Landung war und letztendlich alle unverletzt am Boden ankamen, gab es dennoch heftige Kritik, dass der Pilot schon viel früher den Ausweichflughafen hätte ansteuern müssen und nicht erst nach dem dritten Versuch. Er habe zu viel Kerosin für den geplanten Zielflughafen verbraucht.

5. Sichere Landung. Klopapier sei Dank!

Diese Landung ist zwar kein einmaliges Erlebnis, trotzdem ungewöhnlich. Denn im wenig besiedelten Outback von Australien ist die medizinische Versorgung oft nicht gewährleistet. Eine gemeinnützige Organisation namens „Royal Flying Doctors Service“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, direkt zu den Patienten zu fliegen. In ihren 66 Flugzeugen befinden sich sogar OP-Säle, um selbst in heiklen Situationen direkt handeln zu können.

Brenzlig ist auch die Landung im Outback – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn wenn ein Einsatz in der Nacht geflogen wird, sieht der Pilot nicht, wo er landen kann, denn auf den weit entlegenen Farmen gibt es keine Landebahnen und nicht genug Beleuchtung. Doch die Australier wissen sich zu helfen. Die Farmmitarbeiter legen mithilfe von ca. 20 brennenden Klopapierrollen eine Landebahn und sollte kein Klopapier vorhanden sein, helfen auch Autoscheinwerfer.

Dank dieser kreativen Idee und dem Engagement der Royal Flying Doctors, konnte bereits vielen Patienten geholfen werden.

Lisa Wacula

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